Vestibularisausfall vor 6 Jahren

Schwindel unklarer Genese

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tzcobretti
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Beitrag: #17343 tzcobretti
20.02.2008, 13:44

sushi hat geschrieben:wurde ein szintigramm der schilddrüse gemacht??

24 stunden urin heißt:

kalium,natrium,calcium,phosphat,serumosmolalität, harnstoff,kreatinin,harnsäure,gesamteiweiß,iga,igm,glucose, got,gpt,gamma-gt,alkalische phosphatase,serumeisen, ferritin,crp,il-6 und lbp....

frag mal deinen endokrinologen danach....

gruß
susanne


Ja szintigramm wurde gemacht. Die ganzen Parameter die man im 24h Urin feststellen kann sind ja nett, aber meine Frage bezog sich eher auf feststellbare Krankheitsbilder im Zusammenhang mit Schwindel. Ich habe eigentlich keine Lust, nach Hunderten von Arztterminen, einfach nur irgendwas zu machen, weil ich keine bessere Idee habe. Von daher die Nachfrage was der Urinbefund im Zusammenhang mit Schwindel aussagen kann ??????
Gruss Thomas

sushi
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Beitrag: #17344 sushi
20.02.2008, 16:27

wenn irgendeiner dieser stoffe nicht im "normwert" liegen,dann könnte das durchaus ein hinweis auf eine krankheit haben,die vielleicht auch den schwindel auslöst!

aber da musst du deinen arzt fragen,was wofür zuständig is...

Tom65
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Beitrag: #17381 Tom65
22.02.2008, 22:56

Hallo zusammen, vielleicht interessiert euch meine Geschichte zum Thema Vestibularisausfall.
Mich hat’s vor 15 Monaten erwischt. Ohne Vorwarnung und aus heiterem Himmel, erlebte ich während der Arbeit einen Zusammenbruch, der alles zuvor erlebte in den Schatten stellte. Alles drehte sich plötzlich, es ging nichts mehr, musste mich ständig übergeben und bin ins Krankenhaus transportiert worden.
Später, ich weiß noch genau, so nach ein paar Stunden, ich lag zusammengekauert in einer Art Schockstarre, war nach vielen Untersuchungen endlich im Krankenzimmer angekommen und wollte noch zur Toilette. Da habe ich verzweifelt feststellen müssen, dass es mit dem Laufen nicht mehr klappte. Die Fähigkeit war wie weggeblasen.
Ich bekam dann über 2 Wochen täglich Infusionen und musste viele Tabletten schlucken. Nach gut einer Woche im Rollstuhl, raffte ich mich auf und versuchte stützend an der Flurwand entlang zu schleichen. Ich weiß nicht, wie oft ich den Flur rauf und runter gegangen bin, erst schwankend wie besoffen, bis es halbwegs gerade, dank der Fliesenfugen klappte. Sobald ich den Blick aber nur eine Winzigkeit schweifen ließ, verlor ich das Gleichgewicht, es war zum verzweifeln. Nach unzähligen Versuchen ging es dann irgendwie aufwärts, der Ehrgeiz hatte mich gepackt. Ein paar Tage später, reichte es für die 1.Treppe.
Nach den 2 Wochen Klinikaufenthalt war ich dann zunächst für 4 Wochen arbeitsunfähig und habe daheim, erschöpft und niedergeschlagen, tägliche Spaziereinheiten unternommen.
Größtes Ziel war der Schulterblick beim Gehen, was mir anfangs unerreichbar schien.
Zum Glück gab mir der Arzt noch grünes Licht, eine zuvor geplante 10 Tage Reise an die Ostsee nach Hiddensee durchzuführen, die ich nach dem Krankenschein, noch vor Arbeitsbeginn antrat. Es war eine gewisse Herausforderung. Anfangs war ja Alles wie ein großer Test, die Frage lautete halt immer: geht das noch???
Der Urlaub tat jedenfalls gut und die täglichen Spaziergänge durch den lockeren, unebenen Sand forderten den Gleichgewichtssinn in viel stärkerem Maße als alle Übungen zuvor.
Nach gut 3 Monaten durfte ich wieder selbständig Auto fahren. Beruflich lief es hingegen auf Anhieb recht gut, erfreulicherweise fast so, als sei nie etwas passiert.
Mein linkes Gleichgewichtorgan hat sich bis jetzt nicht erholt, es bleibt nach Einschätzung des Arztes wohl für immer 100 % ausgefallen.
Seit letztem Sommer fahre ich wieder gelegentlich mit dem Motorrad, von dem ich mich nicht verabschieden möchte. Kurvenreiche Landstraßen gehen eigentlich wie früher, nur monotone, geradlinige Autobahnfahrten machen große Schwierigkeiten. Vor dem Crash war ich leidenschaftlicher Langläufer. Das funktioniert nun leider nicht mehr so intensiv. Ebenso hab ich den Wintersport vorerst aufgegeben, da die Kompensation sowohl im Schnee als auch in der Dunkelheit nicht so gut funktioniert. Dafür habe ich das gute alte Fahrrad wieder neu entdeckt und gehe viel mehr spazieren, was für die Entspannung gut ist.
Ich bin fast 43. Es geht’s mir relativ gut. Klar, es hat sich was verändert. Es gibt mehr dunkle Tage. Der dazugekommene Tinnitus, das stellenweise seltsame Kopfgefühl und die Benommenheit können verdammt zermürbend sein. Gelegentlich denke ich: Mist, gleich ist es so weit, gleich dreht sich wieder alles. Vermutlich hängt viel mit der Psyche zusammen. Den damaligen Auslöser haben die Spezialisten leider nie gefunden. Ich kann nur sagen, dass bei mir die viele Bewegung sicherlich am meisten geholfen hat, wieder in den Alltag zurück zu finden.
Der Drehschwindel hat sich bis heute nicht wiederholt.
Ich möchte allen Betroffenen Mut machen und empfehle, wie man so leicht sagt, immer am Ball zu bleiben.

Viele Grüße, Thomas

pink

Beitrag: #17387 pink
24.02.2008, 10:46

Hallo Tom,

es ist wirklich bewundernswert wieviel Kraft Du aufgebracht hast um wieder ein einigermaßen normales Leben zu führen, mit sicherlich vielen Einschränkungen.
Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft.

Liebe Grüße
Pink

Tom65
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Beitrag: #17397 Tom65
24.02.2008, 17:53

Hallo Pink, ich danke Dir für den netten Gruß.
Klar, die vielen kleinen Schritte und das geradeaus sehen in dem Chaos, das war nicht immer einfach und ich habe wie die meisten hier, natürlich auch weiterhin ziemliche Einschränkungen am Hals.
Hab gerade mal nachgeblättert und Deinen Vorstellungsbericht gelesen. Ich hätte früher nie vermutet, dass sich diese Schwindelprobleme schon in so jungen Jahren melden können. Hab immer gedacht, dass sei was für später. So kann man sich täuschen...Ich wünsch Dir alles Gute und gratuliere Dir zu Deiner Tochter.

Viele herzliche Grüße
Thomas

pink

Beitrag: #17399 pink
24.02.2008, 19:27

Hallo Tom,

danke Dir.
Als das mit dem Schwindel anfing hab ich auch nicht gedacht das sowas dauerhaft bleiben kann. War ziemlich erschrocken als ich im Internet darüber gelesen hatte.

Irgendwie müssen wir damit leben, nur das "wie" ist nicht so einfach.

Liebe Grüße
pink

Tom65
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Beitrag: #17403 Tom65
24.02.2008, 23:45

N’abend Pink,

blöd nur, dass man als Außenstehender so schwer Rat geben kann. Diese Schwindelgeschichten sind ja sehr individuell, da gibt’s wohl unzählige Facetten und jeder hat so seine eigene Version.
Hast Du nun eigentlich dauerhaft Stress mit diesen Schwindelattacken?

Gruß
Thomas

pink

Beitrag: #17410 pink
25.02.2008, 11:25

Hallo Tom,

ja, meinen Schwankschwindel hab ich von morgens bis abends, seit über fünf Monaten. Mal mehr, mal weniger. Den Drehschwindel im liegen werd ich schon mal für ein paar Wochen los, weningstens etwas.
Bis jetzt konnte mir noch kein Arzt den Grund dafür nennen.
Es ist schon schwer damit umzugehen, weißt ja selbst am besten.

Liebe Grüße
Pink

Tom65
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Beitrag: #17423 Tom65
25.02.2008, 19:32

Hallo Pink,

wenn ich nur daran denke, bekomme ich schon ne Gänsehaut... von morgens bis abends, seit Monaten -da musst du ja geschlaucht sein bis zum Geht-nicht-mehr. Und der Stress mit den Nerven, der zieht noch mehr runter.
Trotzdem, irgendwann wird der Spuk hinter Dir sein. Da schon mal der Drehschwindel weg ist, was ein Riesenerfolg ist, wirst du die Kurve kriegen. Eine tolle Ärzte, die in der Klinik getroffen habe, meinte, das positives Denken, gerade bei solchen Fällen supersuper wichtig ist. Glaub mir Pink , die Frau hat recht –aber wem sag ich das...

Viele Grüße
Thomas

pink

Beitrag: #17430 pink
26.02.2008, 10:10

Hallo Tom,

naja, der Drehschwindel ist immer nur für ein paar Wochen weg, dann kommt er wieder. Aber hast recht, das sollte mich wirklich freuen, vielleicht kommt er ja irgendwann gar nicht mehr.
Positiv denken ist nur nicht so einfach, aber wichtig, das weiß ich.
Da hilft nur durchhalten.

Liebe Grüße
Pink

Tom65
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Beitrag: #17441 Tom65
26.02.2008, 18:26

Hallo Pink,
tja das stimmt natürlich, positives denken ist ganz erheblich vom Allgemeinzustand abhängig. In Phasen wo es richtig schlecht läuft, bleibt es wohl Wunschdenken. Das stellenweise Aussetzen des Drehschwindels ist doch wirklich ein großer Lichtblick. Es bietet vor allem die Möglichkeit, sich mal wieder ran zu tasten, vielleicht was tolles zu unternehmen, auch um wieder Kraft zu sammeln.
Weißt Du, diese HNO-Ärztin im Krankenhaus, die hat ziemlich deutliche Worte gefunden, so, als wenn die mich lange gekannt hätte. Keine Ahnung, ob die auch Psychologin ist, aber die wusste, dass ich einiges im Leben überdenken sollte, um langfristig kein Dauerkunde zu werden. Die Frau hat gar nicht groß über meine gesundheitliche Vorgeschichte sprechen wollen, die hat nur viele persönliche Fragen gestellt, die mich noch heute stark beschäftigen.

Viele Grüße
Thomas

pink

Beitrag: #17450 pink
27.02.2008, 10:35

Hallo Tom,

mein letzter Arzt hat mich weder etwas über meine Krankengeschichte noch persönliches gefragt. Er meinte ich hätte alle Untersuchungen durch und es wäre psychisch, gab mir ein Rezept für Antidepressiva und schickte mich weg. Eine Aufklärung über diese Medis gabs auch nicht.

Es ist schon wichtig den richtigen Arzt zu finden dem man auch vertraut und der sich auch Zeit für einen nimmt und nicht so schnell wie möglich loswerden will.

Liebe Grüße
Pink

Tom65
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Beitrag: #17463 Tom65
27.02.2008, 23:38

Hallo Pink,
is wie so oft im Leben, Alles ziemliche Glückssache wenn’s passt. Für mich wie früher mit den Lehren, da hab ich häufig gedacht, warum nur. Gibt doch so viele interessante Jobs mit weniger Kontakt zu anderen -warum nicht lieber Klimaforscher am Nordpol oder Tiefseeexperte im Pazifik...
Wenn du nicht gerade abgeschieden auf dem Dorf wohnst, hast du ja zum Glück meistens Auswahl.

Viele Grüße
Thomas

Razor Blade
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Beitrag: #17470 Razor Blade
28.02.2008, 12:46

Was ist ein Vestibularisausfall?

Tom65
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Beitrag: #17484 Tom65
28.02.2008, 19:49

Hallo Razor Blade,
übersetzt heißt es: Ausfall des Gleichgewichtsorgans.
Hatte früher auch nie davon gehört. Aber kein Wunder, ist ziemlich selten, ein Arzt meinte, das die Wahrscheinlichkeit betroffen zu werden bei 1:500000 liegt.

Gruß
Thomas


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