Benommenheit / Schwindel / Gleichgewichtsstörungen

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VDesignz
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Benommenheit / Schwindel / Gleichgewichtsstörungen

Beitrag: #38314 VDesignz
09.10.2018, 20:26

Liebe Leser/in,

Ich habe mich heute entschlossen, mich zu öffnen, mich mitzuteilen - in der Hoffnung es gibt jemanden da draußen, der nicht nur sagt er versteht, sondern auch dasselbe fühlt.

Alles begann Ende 2016 - zuvor war ich immer ein Mensch, mit Zielen, ich hatte immer meinen Fokus. Ich war glücklich, habe oft gelacht und mein Leben geliebt. Ab Oktober hat sich mein Leben schlagartig geändert, zu diesem Zeitpunkt befand ich mich auf der Arbeit, ich merkte dass etwas komisch ist an mir, fühlte mich zuerst beim Autofahren mehr nach rechts gezogen, brachte mein Auto in die Werkstatt, doch damit war alles okay, es kam mir vor wie Kreislaufprobleme, brachte dann fast im Büro zusammen, ins Krankenhaus - irgendwer kompetentes rat mir den Weg zum HNO : Diagnose Hörsturz mit Ausfall des linken Vestibularorgans - 10 Tage Kortison , Verlust der Arbeitsstelle - in dieser Zeit erlebte ich das erste mal die Kontrolle über sich zu verlieren, keinen Halt mehr zu haben, mein Gleichgewicht war nicht mehr da zu diesem Zeitpunkt war ich 24 und konnte mich kaum noch bewegen. Doch nach einer Zeit wurde es besser.. im Jahr 2017, welches eigentlich ein gutes werden sollte, wurde ich im April operiert am Steißbein (Spinal-Anästhesie) es lief eigentlich problemlos! Die Wunde musste von außen nach innen heilen aber ich hatte keine Schmerzen! Wie immer zügig einen neuen Job. Doch im Juli 2017 traf es mich, es fühlte sich an wie ein Blitzschlag im Kopf und alles war anders, es fühlte sich an als würde ich mein Kreislauf verlieren, Gleichgewichtsstörungen bis hierhin dachte ich an nichts schlimmes. Ich wurde abgeholt kam ins Krankenhaus und ohne Diagnose wieder raus, am nächsten Tag war es weg, ich dachte mir das wäre eine einmalige Geschichte, doch dass das der Anfang der Hölle für mich wird wusste ich nicht. Immer häufiger Symptome von Gleichgewichtsstörungen (es fühlt sich an als hat man keinen Boden unter den Füßen, als kann man weder gehen noch stehen) eine Benommenheit (es fühlt sich an wie Watte im Kopf, nimmt nichts mehr richtig wahr , als wäre die Realität so weit weg) Sehschwierigkeiten (die Sicht ist beschränkt durch diese Benommenheit) in dieser Zeit bin ich von Arzt zu Arzt von Krankenhaus zu Krankenhaus

Fazit:

- jeder Krankenhausbesuch führte ins Leere
- Kardiologe
- Neurologe 2 Meinungen
- MRT 2x
- Orthopäde
- Physiotherapie
- Heilpraktiker
- Chiropraktiker
- Atlaslogist
- Osteopath
-
und alles OHNE Befund oder ohne Besserung! Mittlerweile hält dieser Zustand sich seit fast einem Jahr beständig. Jeden Tag Gleichgewichtsstörungen, Benommenheit. Das einzige was festgestellt wurde war kurzzeitig HWS, der Osteopath hat viel gelöst sagt er, 3/4 und 5/6 Wirbel HWS, 3/4 Brustwirbel, Zwerchfell, und das Gelenk über dem Atlaswirbel, der Atlaslogist ebenfalls , dieser war verschoben. Neurologe und alle andere Ärzte schoben einen in die psychische Schublade, aus Verzweiflung nahm ich irgendwann ein Anti-Depressivum, was mir auch nichts brachte, fing eine Therapie an , die auch nichts brachte!

Ich bin ratlos und frage mich gibt es da draußen einen Menschen dem es auch so geht, der dasselbe fühlt und erlebt oder erlebt hat?
Das hier ist nur ein kurzer Zusammenschluss von dem wie es mir ergeht..

Liebe Grüße
Vanessa

Worms
Beiträge: 1
Registriert: 15.10.2018, 11:14

Re: Benommenheit / Schwindel / Gleichgewichtsstörungen

Beitrag: #38323 Worms
15.10.2018, 12:59

Hi Vanessa,

mir geht es ähnlich wie Dir. Bei mir fing alles im März 2018 an.

März 18: Mein Opa hatte Geburtstag wir gingen etwas essen und auf dem Weg zum Parkplatz wurde mir ganz komisch. Ich rief meiner Begleitung zu es stimmt etwas nicht, ich habe das Gefühl gleich umzukippen. Ich setzte mich hin war blass im Gesicht, mit dem Gefühl dass wenn ich jetzt wieder aufstehe liege ich hier regungslos. Nach einigen Minuten konnte ich aufstehen. Seit diesem Vorfall hatte ich im März bis ca. ende April jeden Tag Schwindel. Ein HNO-Arzt konnte keine Probleme des Gleichgewichtsorgans feststellen. Ich hatte zu dieser Zeit massive berufliche Probleme und entschloss meinen Beruf zu kündigen. Nach der Kündigung ging es mir besser.
Vielleicht war es die Psyche?

August 18: Ich bin auf einem Festival und auf einmal geschieht es wieder. Mir wird ganz komisch, die Beine fangen an zu kribbeln, es steigert sich der Schwindel und ich bekomme das Gefühl gleich umzukippen. Machtlosigkeit macht sich in dieser Situation breit. Der Sommer war sehr heiß ich dachte an eine Elektrolytentgleisung, der Alkoholkonsum am vorherigen Tag, zu heiß, zu wenig getrunken, Kreislauf. Doch die Beschwerden vom März waren wieder da. Jeden Tag Schwindel. Nach der Autofahrt zurück viel ich aus dem Auto. Es ging in die Klinik und meine Ärztemarathon beginnt.

- HNO erneut
- CT Gehirn
- MRT Gehirn
- Lumbalpunktion
- Langzeit Blutdruck
- Langzeit EKG
- EEG
- Orthopäde
- Chiropraktiker
- Heilpraktiker
- Psychiater

Was kam heraus: Der Blutdruck ist ab und zu etwas hoch, aber nicht so schlimm, dass man medikamentös eingreifen muss. Gewichtsreduktion und mediterrane Ernährung wurde mir empfohlen. Im Schalong-Test (Kreislauftest) kam heraus, dass ich außer der Norm schwankende Blutdrücke habe, wenn ich vom liegen mich hinstelle. Im Langzeit Blutdruck kam heraus, dass ich Nachts öfters schwankende Drücke habe, daraus lässt sich auf eine Schlafapnoe schließen. Also wieder zum HNO die Folgebehandlungen habe ich im November. Meine Hausärztin erklärte mir, dass diese "Befunde" nicht auf meine Schwindel-Problematik mit derartigen Kontrollverlusst zurückzuführen ist. Ich hätte ein psychisches Problem.

Kommt der Arzt an seine Grenzen, liegt für ihn ein psychisches Problem nahe.

Der Psychiater verschrieb mir dann ein Antidepressivum (Opipram 3 x 50mg). Probierste aus denkt man sich irgendwann. Anfangs wieder gehypt weil man ja immer wieder denkt nun eine Lösung gefunden zu haben. Doch nach ca. 10 Tagen wurde mir komisch nach der Einnahme. Der Schwindel wurde verschlimmert dadurch. Habe es abgesetzt und prompt hatte ich meinen weniger nervenden Tagesschwindel wieder. Zwei massive Anfälle folgten innerhalb 2 Wochen in den ich wieder diese Machtlosigkeit verspürt habe (wie anfangs beschrieben).

Ich schaute genau hin und versucht herauszufinden wann und wie ich den Schwindel provozieren kann und kam auf folgende Liste. Der Schwindel verstärkt sich:

- Schnelle Kopfbewegungen
- Im Supermarkt, OBI (ganz schlimm)
- schnelle Augenbewegungen
- Unterführungen, Tunnel
- langes Laptop sitzen
- langes Handy gucken

Mir hat es gereicht ich bin in die Schwindelambulanz nach Sinsheim. Die private HNO-Ambulanz hat sich auf Schwindelproblematiken spezialisiert und schien einen sehr renommierten Arzt zu beherbergen. 2 Stunden sehr detaillierte Tests wurden mit mir durchgeführt. Geendet hat es mit einem sehr ausführlichen Gespräch, mit dem Arzt der mir dann die Diagnose "Neuropathia Vestibularis" am linken Ohr gab. Dies ist eine Entzündung des Gleichgewichtsnerven. Ich mache jetzt seit 17 Tagen eine spezielle Schwindelübung auf dem Drehstuhl mit geschlossenen Augen. Bei dieser Übung soll das Gleichgewichtsorgan trainiert werden. Zzgl. soll und nehme ich 5mg Kortison jeden morgen ein (für 2 Monate). Das Antidepressiva war Kontraindiziert erklärte mir der Arzt.

Die ersten 14 Tage spürte ich nur eine psychische Besserung "da ich ja nun endlich wieder wusste was ich habe". Die letzten 3 Tage deutlich besser. Gestern packte mich meine Ungeduld, nun endlich wieder mein Leben zurückzuhaben, und ich ging auf einen Rummel. Da passierte es wieder. Mir wurde ganz komisch, die Beine kribbeln, es spitzt sich immer weiter zu und wenn ich mich nicht gleich hinsetzte werde ich hier umfallen. Ich musste mich abholen lassen. Später dann Übelkeit.

Es zeigte mir, dass ich noch nicht soweit bin und ich mit der Diagnose richtig liege. Es zieht einen nur wieder sehr runter, weil man das Gefühl bekommt wieder am Anfang zu stehen. Neue Motivation ist nun angesagt.

Was passiert in solchen Situationen wie Rummel, Supermarkt, langes PC/Laptop arbeiten:

In unserem Körper gibt es die Leitstelle das Gleichgewichtsorgan. Unser Gehirn (der Boss) verarbeitet diese Signale die vom Gleichgewichtsorgan kommen. Das Gehirn hat jedoch noch drei Mitspieler die Informationen und Sicherheiten übermitteln. Zum einen die Beine/Füße, die HWS und die Augen. Haben wir täglichen Schwindel versucht das Gehirn die Beine zu beauftragen stabil zu stehen und sensibilisiert sie, dass wenn sie eine Vibration oder ähnliches fühlen (z.B. Anhalten eines Fahrstuhls) sofort Alarm zuschlagen damit das Gehirn reagieren kann. Haben wir Schwindel verspannt sich unsere Muskulatur im HWS Bereich, da die HWS den Kopf stabil halten will. Die Augen dahingehend, sind neben einem Warnsignal auch eine Kompensation. Sollte das Gleichgewichtsorgan einmal ausfallen, übernehmen die Augen und können die Arbeit des Organs Kompensieren. Diese Kompensation funktioniert jedoch nur wenn die Augen nicht abgelenkt sind. Ablenkungen können sein, Müdigkeit, Nikotin und Alkoholkonsum, Substanzen wie BTMs, Antidepressiva, Reizüberflutungen. Reizüberflutungen haben wir, wenn Lichter viel blinken, schnelle Dinge an unserem Auge vorbeihuschen (wie beim Auto fahren, Filme gucken etc.), wenn sich Räumlichkeiten verändern (Deckenhöhe, Kacheln oder Fliesen, Fensterlamellen), Änderungen von Helligkeit und Dunkelheit. Die Augen sind vor allem bei BrillenträgernInnen jedoch schnell überlastet. Daher hält eine Kompensation oftmals laut aussagen des Arztes nur 20 Minuten.

Selbsterklärung: Fällt nun mal wieder das Gleichgewichtsorgan aus und meine Augen können nich mehr Kompensieren (Fixationssuppression) und fallen somit auch aus, komme ich in diese Benommenheit und diesen Ohnmachtszustand (umgekippt bin ich allerdings noch nie). In solchen Situation ziehe ich mich daher zurück, versuche Ruhe zu bewahren und fixiere mit den Augen meine Uhr oder meinen Fingernagel. Ich starre ihn regelrecht an um meine Augen zu stabilisieren "sich wieder zu beruhigen". Sehr oft hilft es und der Schwindel wird weniger, manchmal klappt es auch nicht.

Eins ist für mich nur klar. So anstrengend alles ist, die Tränen die ich bereits vergossen habe wegen der Verzweiflung, die Belastung für meine Mitmenschen, die psychische Belastung, ich gebe nicht auf bis ich dieses Problem in den Griff bekommen habe. Es geht immer weiter.

Liebe Grüße

SuzySsio
Beiträge: 4
Registriert: 09.12.2018, 18:23

Re: Benommenheit / Schwindel / Gleichgewichtsstörungen

Beitrag: #38437 SuzySsio
09.12.2018, 18:46

Sehr schön geschrieben und erklärt. Mein Artt hat es auch so erklärt mit den Augen...
Alle Threads zu diesem Thema sind schon sehr alt. Im Internet findet man auch nicht was richtiges über dieses Thema.
Ich habe seit 4 Jahren Gleichgewichtsstörungen und nach etlichen Arztbesuchen endlich einen Arzt in der Türkei gefunden, wo ich dann die Diagnose Bilaterale Vestibolpathie bekommen habe.
Ich habe mir es Seit jahren sowieso schon gedacht, aber jetzt habe ich es endlich schwarz auf weiß.
2 Jahre von mir sind nämlich schon sinnlos vergangen, weil zuerst gesagt wurde das es psychisch sei, mit der Diagnose ich aber nie zufrieden war.
Ich soll jetzt 20 Sitzungen Physiotherapie bekommen. Der Arzt meinte es würde sich zu 80% verbessern, was ich überhaupt nicht zu glauben mag.
Hat jemand von euch das schon hinter sich? Hat es sich bei irgendjemandem verbessert?
Ich wünsche mir einfach nur, dass das künstliche Gleichgewichtsorgan mal irgendwann auf den Markt kommt und ich wieder leben kann wir früher. Aber das wird ja gerade erst bei den Blinden Menschen ohne Gleichgewichtsorgan ausgetestet.
Ich versuche mich immer damit ein bisschen aufzumuntern und denke mir zum Glück habe ich meine Augen noch...
Ich kann zb. kein Auto mehr fahren, keine Stöckelschuhe anziehen, trinke kein Alkohol mehr, im Meer nicht schwimmen, kein Fahrrad fahren.... usw. Bin auch sehr ängstlich seitdem, also psychisch angeknackst.
Wie ist das bei euch so?

Charls
Beiträge: 3
Registriert: 27.11.2018, 16:00

Re: Benommenheit / Schwindel / Gleichgewichtsstörungen

Beitrag: #38440 Charls
10.12.2018, 15:35

Hallo ihr Lieben,

ich habe auch Schwankschwindel und Benommenheitsgefühle. Was mir jedoch half war Magnesium. So simple und doch selten dran gedacht. Ich nehme jetzt täglich 400 mg Magnesium. Alle Muskelpartien entspannen dadurch. Es ist zu 90% weg. Den Rest versuche ich mit Osteopathie wegzubekommen. Ein Versuch ist es wert für euch. Mehr als dass nichts passiert kann nicht geschehen. Viel Glück.

Lg

rio
Beiträge: 4161
Registriert: 02.03.2004, 08:22

Re: Benommenheit / Schwindel / Gleichgewichtsstörungen

Beitrag: #38442 rio
12.12.2018, 11:19

Hallo,

ist zwar ein anderer Bereich, aber da steht einiges zu Magnesium (Öl/-chlorid), auch Bezugsquellen: Magnesium
Tschüß Atomstrom, es lebe Ökostrom! Durch Lieferantenwechsel bei Strom und Gas Geld sparen.


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