Angststörung/Hypochondrie.. was auch immer

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charlyy86
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Angststörung/Hypochondrie.. was auch immer

Beitrag: #38653 charlyy86
23.03.2019, 16:06

Grüße :-)
Es ist im Moment wirklich nicht erträglich.. daher nehme ich es mir einfach mal raus, meine Gefühle und Ängste mit euch zu teilen.

Vielleicht mag sich das Ganze hier ja jemand durchlesen und mir ggf. ein Feedback geben.

Vorab möchte ich mich vorstellen: Mein Name ist Mike, ich bin 32 Jahre alt, habe 3 wundervolle Kinder und bin verheiratet. Seit meinem 17 Lebensjahr leide ich, mal mehr mal weniger, unter einer Angststörung.

Meine erste Therapeutin diagnostizierte im Alter von ca 19 Jahren eine generalisierte Angstörung. Für mich war das Ganze, gerade der Bereich "Psyche" total unbekannt und ich war froh, als mir jemand erklärte was mit mir los ist und mich nicht als "total bekloppt" abstempelte.

Die Therapeutin, auch Allgemeinmedizinerin verschrieb mir VENLAFLAXIN 75mg. Nach anfänglichen Problemen damit bekam mir das Medikament immer besser.
Ich führte ein ganz ordentliches Leben.. mit Höhen und Tiefen aber im Ganzen war es okay.
Sogut wie keine Panikattacken,kein Herzrasen, Todesangst, Zittern etc. .. Mein Körper.. bzw. mein Kopf übersteuerte nicht direkt. Sonstige körperliche Symptome blieben weitesgehend aus.
Als ich jedoch nun meine neue Arbeit aufnahm ,wollte ich von dem "Teufelszeug" wegkommen.. nach ca. 10 Jahren Konsum.
Es fiel mir schwer aber nach und nach dosierte ich VENLAFLAXIN runter und irgendwann, nicht bei dem ersten Versuch, aber bei dem 2. oder 3. habe ich es tatsächlich geschafft.

Ich war sogesehen CLEAN ... :-)

Das Ganze ist jetzt ca. 3 1/2, 4 Jahre her und es geht mir seitdem nicht wirklich gut.. also suchte ich einen Therapeuten auf der die Diagnose der o.g. Ärztin nicht bestätigte sondern eine Hypochondrie diagnostizierte.
Mit meinem jetzigen Wissen rundum die Psyche würde ich der aktuellen Diagnose sogar zustimmen.
Nach einer stressigen Prüfungsphase bin ich mit einem extrem hohen Blutdruck auf der Arbeit fast umgefallen, woraufhin ich einen Kardiologen aufsuchte.
Dieser, wie eigentlich alle Ärzte die ich in der letzten Zeit aufgesucht habe, stellt nichts organisches fest, sondern ein hyperkinetisches Herzsyndrom, was ja ganz gut zur Hypochondrie bzw. Übersteuerung passt.
Der Kardiologe verschrieb mir nach der Diagnose "hyperkinetisches Herzsyndrom" Opipramol 50mg.. 50mg vertrage ich nicht, mir wird schwindelig den Tag über, aber 25mg sorgen bei mir für einen normalen Blutdruck (125-75/135-85) .. (Wobei die Minimaldosis 50mg beträgt..)
Und ja, es waren verdammt viele Ärzte in den letzten Monaten. Von unzähligen Blutuntersuchungen(Angst vor Krebs), zur Mangenspiegelung(Angst vor Krebs) zum Untraschall innerer Organe(Angst vor Krebs), vom MRT der HWS zum MRT vom Schädel(Angst vor Krebs/Hirntumor/MS), EKG und EEG.. und so weiter und so weiter... diese ganzen auftretenden Symptome machen mir echt zu schaffen.. und weisen für mich direkt auf bösartige Erkrankungen hin z.B.

- Linke Körperhälfte fühlt sich iwie anders an.. Schlaganfall? Hirntumor? MS? nach der Untersuchung durch den Arzt/die Ärzte alles o.B.
- Kribbeln und extrem empfindliche Haut bei Reibung/Kälte/Wärme.. Hirntumor? Vllt. ein anderer Krebs?
- Starkes Sodbrennen.. Magen/Speiseröhrenkrebs.. nach der Untersuchung durch den Arzt/die Ärzte alles o.B.
- Reizhusten.. Lungenkrebs? nach der Untersuchung durch den Arzt/die Ärzte alles o.B.
- Kopfschmerzen, Taubheitsgefühle etc. .. Hirntumor? nach der Untersuchung durch den Arzt/die Ärzte alles o.B.

ich könnte das hier noch weiterführen mit Symptomen die mich quälen und Untersuchungen die zu nichts führten..
Meine Familie, ist mit der Situation überfordert.. ich schaffe nicht mehr viel im privaten Bereich sondern funktioniere nur noch auf der Arbeit..
die Frau und die Kids leiden darunter.. Meine Mutter muss sich ständig irgendwelche Beschwerden von mir anhören, ich spüre wie sehr sie versucht mir zu helfen aber es nicht kann weil ich selbst total darin "eingefahren" bin .. ich kontrolliere gefühlt 100 mal am Tag meinen Blutdruck..
Blutsauerstoffgehalt und die Körpertemperatur.. es ist grauenhaft und macht wirklich kein Spaß mehr.. es lässt sich jedoch nicht einfach abstellen..
Zzt. plagt mich meine extrem überempfindliche Haut.. ich nehme Kälte und Wärme stark war oder Reibungen auf der Haut.. ungefähr wie bei einem leichten Sonnenbrand jedoch ohne das ich auf der Haut irgendwelchen Ausschlag oder Rötungen feststellen könnte. Kennt jemand dieses Problem?
Ich spiele mit dem Gedanken wieder VENLAFLAXIN zu nehmen und zu hoffen das es genauso wirkt wie vor 4 Jahren.
Was denkt Ihr?
Bin gespannt ob sich jemand das hier durchliest und seine Zeit opfert.. vielleicht kennt jemand meine Probleme und hat Tipps?
Danke im Voraus
Marc

Udo
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Re: Angststörung/Hypochondrie.. was auch immer

Beitrag: #38663 Udo
29.03.2019, 20:25

Opipramol ist eigentlich eine Art beruhigungsmittel, sowie gegen Ängste wirksam. Kein Blutdrucksenker oder Betablocker.
Hast Du dich auch einmal mit dem Gedanken befasst, das Du unter Zwängen leiden könntest? Das wäre eventuell noch eine Baustelle, die Du mit einem Psychologen, Psychiater bereden könntest. Und Nein, ein Psychiater ist kein Arzt, der nur Verrückte behandelt. Und der empfiehlt vielleicht auch, einfach das Venlafaxin wieder zu nehmen. Versuch macht klug :wink:
Abends geht die Sonne unter, morgens geht sie wieder auf !


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