Experiment zur Verbesserung der Versorgungsqualität im KH

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karl
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Experiment zur Verbesserung der Versorgungsqualität im KH

Beitrag: #24814 karl
06.08.2010, 11:31

Hallo,
ich bin angehender Absolvent im Master-Studiengang Management im Sozial- und Gesundheitswesen. Innerhalb des Studiums Arbeite ich zurzeit an einem Discrete Choice Experiment zur Präferenzmessung im Krankenhaus.
Bei einem Discrete Choice Experiment werden dem Patienten mittels eines Fragebogens verschiedene fiktive Krankenhäuser präsentiert, zwischen denen sich der Patient entscheiden muss.

Ich gehe davon aus, dass durch die größere Mobilität und bessere Information der Patienten Kliniken zunehmend in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen. Es ist die Tendenz erkennbar, dass das Angebot an Serviceleistungen die Klinikwahl zunehmend beeinflusst. Dazu gehört u.a. die Zimmerausstattung, Sauberkeit und die Freundlichkeit der Mitarbeiter. Gerade Informationen über diese Faktoren einer Klinik werden mittels Mundpropaganda weiterverbreitet und beeinflussen die Meinung über eine Klinik stark.
Das Forschungsziel meiner Forschungsarbeit ist, die Präferenzen von Bürgern im Bezug auf Kliniken zu ermitteln. Die erhobenen Informationen über die Präferenzen können dazu dienen, die Versorgungsqualität entsprechend der Patientenwünsche zu optimieren. Auch im Bezug auf Einsparungen können aus den Präferenzen Empfehlungen abgeleitet werden, um kappe Ressourcen annähernd optimal zu verteilen.
Im Vorfeld des Experimentes habe ich bereits alle frei verfügbaren Studien z.B. zur Zufriedenheit in Kliniken analysiert. Anschließend habe ich entsprechende qualitative Interviews durchgeführt.

Nun brauche ich noch ein paar Teilnehmer die sich durch meinen Onlinefragebogen durch klicken. Es wäre also echt klasse, wenn Du Dich einfach mal durch klickst. Die bisherigen Teilnehmer konnten gut mit dem Fragebogen umgehen, es ist also wirklich anwenderfreundlich.
Der Link ist: https://userwww.hs-nb.de/~igm/khpraeferenzen/

Gruß
karl

rio
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Beitrag: #24819 rio
09.08.2010, 09:37

Hallo,

bei manchen Fragen würde ich mir einen "weiß nicht" Knopf wünschen, ansonsten sind die Klinikfragen etwas ermüdent.

hexli
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Beitrag: #24820 hexli
09.08.2010, 11:18

hallo Karl

ich würde gerne deinen Link mit der Umfrage in meinem Forum veröffentlichen. Wir sind chronisch erkrankte Frauen und ich denke das viele deine Studie unterstützen würden.

lg hexli
Lieben Gruß
Hexli

Das Sein bestimmt das Bewußtsein

karl
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Beitrag: #24822 karl
09.08.2010, 12:24

Hallo,
ich danke Dir erst einmal für deine Antwort. Einen weiß nicht Knopf wäre für die Anwender bestimmt vorteilhaft. Für die statistische Berechnung sind jedoch alle Antworten notwendig und müssen sozusagen "erzwungen" werden. Besonders bei den Wahlentscheidungen sind alle 18 Entscheidungen notwendig, auch wenn es etwas anstrengend ist. Würde hierbei nur eine Entscheidung fehlen wären die Ergebnisse sogut wie unbrauchbar. Das statistische Gebilde welches hinter diesem Fragebogen steht, ist leider etwas komplexer als man es vielleicht annehmen könnte.

Gruß
karl

karl
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Beitrag: #24823 karl
09.08.2010, 12:32

Hallo Hexli,

ich danke Dir für Dein Interesse. Es wäre echt toll, wenn du meinen Link weiterverbreiten würdest. Damit wäre mir echt geholfen!

Der Link lautet

https://userwww.hs-nb.de/~igm/khpraeferenzen/

Ganz liebe Grüße von
karl

rio
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Beitrag: #24824 rio
09.08.2010, 13:45

sind jedoch alle Antworten notwendig und müssen sozusagen "erzwungen" werden.


Mag sein, aber es provoziert "ich klick jetzt mal irgendwas" und damit ist das Ergebnis genau so ungenau, wie mit einem "weiß nicht" Knopf, aber da weiß man wenigstens, was Sache ist.

Aber ist ja nicht meine Umfrage...

karl
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Beitrag: #24826 karl
09.08.2010, 22:52

Hallo Rio,

Deine Kritik ist berechtigt. Eine Nichtwahloption birgt jedoch die Gefahr, dass die Probanden aus Bequemlichkeit möglicher Weise irgendwann sehr häufig den "Weiß nicht" Knopf drücken. Was zu "unrealistischeren" Ergebnissen führt, als wenn keine Nichtwahloption zur Verfühgung steht.
Ohne Nichtwahloption ist das Experiment jedoch realitätsnäher, wenn z.B. eine Person eine Knieprothese benötigt, muss diese sich für ein Krankenhaus entscheiden, auch wenn sie der Meinung ist, dass kein Krankenhaus gut genug ist. (überspitzt gesagt) Und wenn man keine Lust (auch wieser überspitzt) mehr hat sich durch die Fragen zu "quälen", wird der Proband eher abbrechen, als bei den restlichen Fragen irgendwas zu drücken.
Natürlich kann es bei der Beantwortung vorkommen, dass Menschen eher eine Bauchentscheidung treffen, wenn sie sich nicht nach rationalen Kriterien entscheiden können oder sich nicht den Kopf zerbrechen wollen. Aber das kommt ja bei den Eintscheidungen in der realen Welt auch vor.
Bei Abwägung der Vor-und Nachteile einer Nichtwahloption ist meiner Meinung nach kein "Weiß nicht Kopf" das geringere Übel. Selbstverständlich ist diese Lösung auch kein Königsweg.

Gruß
karl

Udo
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Beitrag: #24829 Udo
10.08.2010, 18:41

Ich hatte den Umfragetest mal gemacht. Ist tatsächlich etwas anstrengend oder ermüdend, da die Fragen sich ein bißchen widerholen, nur mit anderem Inhalt. Mein " Konzept" war, das ich eher ein etwas schlechteres Krankenhaus nehme, aber dafür freundlicheres Personal, und dafür auch längere Wege und ein bißchen weniger Sauberkeit in Kauf nehme.
Aber trotz ev. einiger möglichen Verbesserungen ist der Test wohl nicht schlecht.

Udo
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rio
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Beitrag: #24833 rio
11.08.2010, 08:51

Ohne den Test jetzt zerreden zu wollen, aber gerade absolute Sauberkeit ist elementar wichtig für ein Krankenhaus. Nicht umsonst haben wir in Deutschland ein Problem mit Ansteckungen innerhalb der Mauern.

In anderen Ländern (Holland z.B.) soll das wesentlich besser funktionieren.

Ist tatsächlich etwas anstrengend oder ermüdend
Das waren genau meine Gedanken...

Udo
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Beitrag: #24836 Udo
12.08.2010, 16:32

rio hat geschrieben:Ohne den Test jetzt zerreden zu wollen, aber gerade absolute Sauberkeit ist elementar wichtig für ein Krankenhaus. Nicht umsonst haben wir in Deutschland ein Problem mit Ansteckungen innerhalb der Mauern.

In anderen Ländern (Holland z.B.) soll das wesentlich besser funktionieren


Das ist wirklich ein heikles Phänomen

http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpr ... s-1986.php

Wenn man nicht ernstlich was hat, lieber zu Hause auskurieren.

Aber ich frage mich auch, ob nicht gerade eine übertriebene Reinigung und Anwendung von massenweise Desinfektionsmittel diese probleme mit ausgelöst hat. Alles und überall wird desinfiziert und abgetötet, und wenn dann doch ein paar Keime überleben, sind es welche, die dann ernsthaft Probleme machen können, da sie immer resistenter werden. Es muss natürlich alles sauber sein, aber ich denke, gerade in versteckten Winkeln und ecken, wo dann mal vielleicht nicht so richtig gereinigt wird, da liegt das übel. Ich denke, das es auf die absolute Sauberkeit überall gar nicht so ankommt, sondern das vor allen Dingen in kritischen Räumen" OP-Raum" etc. wirklich alles gereinigt wird, also jeder Winkel, so das sich keine versteckten Brutstätten entwickeln können.

Wegen jedem Pips Antibiotika, das ist auch gar nicht gut.

Gruß, Udo
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Udo
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Beitrag: #24837 Udo
12.08.2010, 16:37

Hier habe ich noch was gefunden
http://www.uni-koeln.de/med-fak/immh/hygiene/mrsa.html


Mein Gott, da traut man sich ja gar nicht mehr in die Klinik!

Udo
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rio
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Beitrag: #24838 rio
13.08.2010, 08:30

Aber ich frage mich auch, ob nicht gerade eine übertriebene Reinigung und Anwendung von massenweise Desinfektionsmittel diese probleme mit ausgelöst hat


Das fängt auf Kindesbeinen an. Kinder müssen im Dreck spielen, damit sie resistent werden gegenüber den diversen Keimen. Sie müssen fallen lernen, sie müssen allerlei. Stattdessen werden sie behütet, desinfiziert, der Hintern mit Salben und Puder verhunzt, mit supertrockenwindeln manipuliert, usw. statt klassische Windeln zu benutzen und ab und an mal borettseide.

Aber das paßt nicht mehr in unsere Zeit.

Bei einer Ohrentzündung wird Antibiotikum verabreicht, obwohl es in der überwiegenden Anzahl der Fälle kontraindiziert ist.

Wenn ich Schnupfen mit Fieber habe, gehe ich natürlich zum Arzt, statt es einfach im Bett auszuschwitzen.

Paßt alles nicht mehr in unsere Zeit.

Und wenn der Arzt mal nix verschreibt, bin ich gleich beleidigt und gehe zum nächsten. Weil ich es nicht anders kenne.

Oh, ein heißes Thema ;-)

P.S. Dein Link, das war es, was ich mit absoluter Sauberkeit meinte. Damit meine ich auch entsprechende Maßnahmen, die Keime des einen Patienten nicht auf einen anderen (wehrlosen, da krankheitsbestimmt geschwächt) zu übertragen.

Udo
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Beitrag: #24839 Udo
14.08.2010, 10:53

rio hat geschrieben:Wenn ich Schnupfen mit Fieber habe, gehe ich natürlich zum Arzt, statt es einfach im Bett auszuschwitzen.


Das problem ist ja leider, wenn man etwas unpässlich ist, muss man ja zum Arzt, da sich kaum ein Arbeitgeber damit zufrieden gibt, wenn man anruft und sagt, mir gehts heut nicht so gut, ich würde gerne einen Tag zu Hause bleiben. Und es ist ein ziemlicher Stress, spontan zum Arzt zu gehen, 3 Stunden z.B. ohne Termin verschnupft im Wartezimmer zu warten, um sich für einen Tag die Krankmeldung abzuholen. Und das in der heutigen Arbeitsmarktlage! Da kann ich ja lieber direkt mit Schnupfen Arbeiten gehen. Und andere anstecken oder selbst noch mehr krank werden. Oder man muss einen Urlaubstag opfern , wenn man keine Krankmeldung hat.
Würde dann aber wohl auch leider einige geben, die so etwas ausnützen könnten, wenn ein Arbeitgeber so sozial eingestellt wäre, und einen Anruf akzeptieren würde.

Udo
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rio
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Beitrag: #24842 rio
16.08.2010, 11:40

Ja, war klar, der Einwand mußte kommen.

Das meinte ich auch mit "paßt nicht in unsere teit"

Wüßte auch nicht, wie man das ändern könnte. Das ist ein gesellschaftliches Problem.


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